Stadien und Typen

Die Einteilung in drei Stadien beschreibt, wie das Gewebe aussieht — nicht, wie stark die Beschwerden sind. Diese Unterscheidung ist wichtiger, als sie klingt.

Stand: 3. September 2026 · Alle Angaben mit Quellen belegt

Die drei Stadien

StadiumHautbildGewebe
Iglatte Oberflächegleichmäßig verdicktes Unterhautfettgewebe
IIunebene, wellige Oberflächetastbare Knoten
IIIausgeprägte Umfangsvermehrungüberhängende Gewebeanteile („Wammen")

Warum das Stadium wenig über den Leidensdruck sagt

Die aktuelle Leitlinie führt die Stadieneinteilung ausdrücklich nicht mehr als Schweregradmaß.[1] Sie beschreibt allein die Form des Gewebes. Eine geprüfte Einteilung der Beschwerden gibt es nicht.

Praktisch heißt das: Eine Frau im Stadium I kann stärkere Schmerzen haben als eine im Stadium III. Wer im Gespräch mit der Praxis oder der Krankenkasse mit dem Stadium argumentiert, argumentiert am eigentlichen Kriterium vorbei. Maßgeblich sind Schmerz und Einschränkung im Alltag.

Für die Operationsplanung ist das Stadium dennoch nicht bedeutungslos: Die Leitlinie weist darauf hin, dass die Ergebnisse einer Liposuktion in früheren Stadien tendenziell besser ausfallen als im Stadium III.[1]

Die Typeneinteilung nach Befallmuster

Verbreitet ist zusätzlich eine Einteilung nach Typ I bis V, je nachdem, welche Körperregionen betroffen sind — Gesäß und Hüften, bis zum Knie, bis zum Knöchel, die Arme. Die aktuelle Leitlinie hält diese Nummerierung als Schweregradangabe für nicht leitliniengerecht und empfiehlt, das Befallmuster nur beschreibend anzugeben.[1] Hintergrund ist, dass die Typen in der Fachliteratur uneinheitlich verwendet werden.

Sinnvoll bleibt die einfache Beschreibung: welche Regionen betroffen sind, ob die Arme mitbetroffen sind, ob die Beschwerden seitengleich sind. Das ist für die Versorgung relevanter als eine Ziffer.

Der Begriff Lipolymphödem

Wenn zu einem Lipödem ein Lymphödem hinzukommt, wird gelegentlich von einem Lipolymphödem gesprochen. Die Leitlinie empfiehlt, den Begriff nicht als eigenständigen Schweregrad zu führen.[1] Fachlich handelt es sich um zwei nebeneinander bestehende Befunde, die auch getrennt beurteilt und behandelt werden — das Lymphödem etwa braucht eine Entstauung, für die beim reinen Lipödem die Begründung fehlt.

Quellen und weiterführende Literatur

  1. Deutsche Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL): S2k-Leitlinie Lipödem, AWMF-Registernummer 037-012, Version 5.0, Stand 22.01.2024, gültig bis 21.01.2029. register.awmf.org