Welche Bereiche sollen versorgt werden?

Bei Eingriffen an Oberschenkeln, Knien und Unterschenkeln kann eine unterschiedliche Abdeckung nötig sein. Auch Hüfte und Gesäß beeinflussen den Sitz. Ein zu kurzer Abschluss kann genau in eine druckempfindliche oder geschwollene Zone fallen.

Halten Sie mit der Praxis fest, welche Regionen komprimiert werden sollen und welche nicht. Dass Füße beim reinen Lipödem typischerweise ausgespart sind, entscheidet nicht allein über die postoperative Fuß- oder Knöchelversorgung. Zusätzliche Ödeme müssen separat berücksichtigt werden.

Quelle: S2k-Leitlinie Lipödem, Version 5.0 (2024), gültig bis 2029

AUF EINEN BLICK

Abdeckung und Abschluss gemeinsam planen

  1. OberschenkelSaum oberhalb des Knies bewusst wählen
  2. WadeKniebewegung und Abschluss am Unterschenkel prüfen
  3. KnöchelGesamte Beinlänge und Fußübergang beurteilen

Schematische Orientierung. Individuelle Befunde und ärztliche Vorgaben bestimmen die Versorgung.

Drei Längen, verschiedene Einsatzgrenzen

Ein kurzes Bodymieder lässt große Teile des Unterschenkels frei. Eine wadenlange Ausführung endet am Unterschenkel; die Position des Saums muss zur individuellen Beinlänge passen. Eine knöchellange Ausführung reicht weiter nach distal, stellt aber andere Anforderungen an den Abschluss.

Im Vergleich finden Sie SFBHS, SFBHM und SFBHL als Varianten mit unterschiedlicher Beinlänge. LGLFM und LGLFW bieten ein anderes Hosenkonzept mit FlexFit-Comfort-Ankle-Bereich und unterschiedlichen Größenlogiken. Die Modellbezeichnung allein ersetzt keinen Passformcheck.

Quelle: S2k-Leitlinie Lipödem, Version 5.0 (2024), gültig bis 2029

Sanfte Bewegung des Sprunggelenks in einer Ruhepause
Sanfte Bewegung des Sprunggelenks in einer Ruhepause. Illustration; keine individuelle Befunddarstellung.

Kniekehle, Leiste und Knöchel

Beugen Sie bei der Anprobe Knie und Hüfte. Stoff darf sich nicht strangförmig in der Kniekehle sammeln. In der Leiste dürfen weder Nähte noch Verschlüsse unangenehm ziehen. Am Knöchel ist auf Hautfalten, Knochenvorsprünge und einen glatten Abschluss zu achten.

Neue Schwellung unterhalb eines Abschlusses, kribbelnde Zehen oder Farbveränderungen sind keine Aufforderung, die Hose noch enger zu wählen. Entlasten Sie die betreffende Stelle und lassen Sie die Versorgung medizinisch prüfen.

Quelle: Rabe et al.: Risks and contraindications of medical compression treatment (2020)

Sitz im echten Alltag prüfen

Testen Sie vorsichtig Sitzen, Aufstehen, Gehen und Toilettengang. Träger können ein Bodymieder stabilisieren, dürfen aber nicht übermäßigen Zug auf Schultern und Schritt ausüben. Eine offene Schrittgestaltung erleichtert möglicherweise die Handhabung, muss aber zu Verbänden und Hygieneplan passen.

Bei deutlich unterschiedlichen Umfängen oder komplexen Konturen kann eine Konfektionsversorgung an Grenzen stoßen. Dann sollte die Praxis eine geeignete Alternative benennen, statt eine schlecht passende Größe zu erzwingen.

Quelle: S2k-Leitlinie Lipödem, Version 5.0 (2024), gültig bis 2029

HÄUFIGE FRAGEN

Was Sie außerdem wissen möchten.

Ist eine längere Hose immer besser?

Nein. Sie muss die vorgesehenen Regionen abdecken und darf an anderen Stellen keine unnötigen Probleme verursachen.

Kann ich die Beinlänge umschlagen?

Ein Umschlag kann einen zusätzlichen engen Druckring bilden. Lassen Sie eine ungeeignete Länge korrigieren, statt sie dauerhaft umzuklappen.

Sind offene Füße grundsätzlich richtig?

Das lässt sich nicht pauschal entscheiden. Begleitende Schwellungen und postoperative Vorgaben bestimmen mit, ob eine Fußversorgung erforderlich ist.

Was unterscheidet LGLFM und LGLFW?

Vor allem die Größen- und Proportionslogik. Die Wahl richtet sich nach der jeweiligen Maßtabelle, nicht nach einem Lipödem-Stadium.

Darf der Saum Abdrücke hinterlassen?

Leichte kurzzeitige Abdrücke sind von tiefen, schmerzhaften Furchen zu unterscheiden. Schmerzen, Taubheit oder Verfärbungen verlangen eine Prüfung.

Quellen und Einordnung

Redaktioneller Stand: 20. September 2026. Herausgeber: Dermamedix. KI-gestützt recherchiert und aufbereitet. Quellen und redaktionelle Grundsätze.